Pflanzempfehlung für einen (Obst-)baum 

von Hans Göding, Betriebsleiter Deutenkofen

Aktuelle Arbeiten im Obstgarten

In vielen Gärten sind bereits die Schnittarbeiten in vollem Gang. Da kaum noch Zeit bleibt für einen entscheidenden Kälteeinbruch bzw. die Bodentemperaturen nach wie vor sehr hoch sind, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Schlecht ist nur der Schnitt krebsanfälliger Apfelsorten (z.B. Berlepsch oder Cox Orange) bei feuchter Witterung.

Sinnvoll ist auch die Beendigung von Pflanzarbeiten, damit die neuen Bäume bzw. Sträucher noch während der unbelaubten Phase Zeit zum Bodenschluss und zur Wurzelbildung finden. Zur Erinnerung an dieser Stelle nochmals die wichtigsten Punkte bei der Pflanzung eines (Obst-)baumes:

  1. Anschnitt stärkerer oder verletzter Wurzeln um an dieser Stelle den Wurzelneuaustrieb anzuregen. Der Schnitt sollte nicht rechtwinklig erfolgen, sondern leicht schräg, damit der Baum auf diesen Schnittflächen steht.
  2. Aushub des Pflanzlochs 2-3 mal so breit /tief wie der Wurzelkörper. Dabei ist darauf zu    achten, dass Wand und Boden der Grube nicht glatt und verschmiert sind. à Lieber weniger ausheben und mehr auflockern.
  3. Bei Mäusegefahr die Grube mit Wühlmauskorb /-gitter auslegen.
  4. Pfahl setzen: Wird ein Pfahl verwendet, muss dieser auf der windzugewandten Seite des Baumes stehen. Ein zweiter Pfahl kann gegenüber angebracht werden.
  5. Baum in die Grube halten und mit lockerer Erde auffüllen. Dabei sollte die Veredelungsstelle 15-20 cm über der Erdoberfläche und die dicke Seite der Veredelungsstelle auf der windzugewandten Seite sein. Bei einer ungleichmäßigen Krone sollten die schönsten Äste nach Norden und die unterentwickelte Seite zur  Sonnenseite zeigen.
  6. Erde antreten und angießen um den Bodenschluss zu beschleunigen.
  7. Baum anbinden, am besten mit Achterschlinge um ein Scheuern am Pfahl zu verhindern.
  8. Pflanzschnitt: Dieser soll das Wurzel- /Kroneverhältnis wieder regulieren.  Die Stärke des Pflanzschnitts richtet sich danach wie die Wurzelverletzungen eingeschätzt werden. Später Pflanztermin bzw. älteres Pflanzgut erfordern kräftigeren Rückschnitt.  Zumindest müssen Konkurrenztriebe zur Stammverlängerung entfernt werden.