Was Sie über Radon wissen sollten

Radon im Periodensystem der ElementeFoto: antoine2k/Adobe Stock

Wir halten uns den überwiegenden Teil des Tages in geschlossenen Räumen auf – zwischen 80 und 90 %. Dennoch wird das Thema „Radon“ in Gebäuden noch viel zu wenig beachtet. Und das, obwohl Radon Lungenkrebs begünstigen kann.

Radon ist ein natürliches, radioaktives Edelgas, das überall vorkommt. Es ist unsichtbar, geruch- und geschmacklos und entsteht beim Zerfall von Uran, das natürlich im Boden vorhanden ist. Da Radon ein Gas ist, kann es sich leicht gelöst in Wasser oder mit der Luft im Boden ausbreiten. So gelangt Radon ins Freie oder kann in Gebäude eindringen.

Im Freien verdünnt sich Radon schnell mit der Außenluft. Die Radonkonzentration in der Umgebungsluft ist daher meist niedrig, aber in Gebäudebereichen mit Erdkontakt kann Radon seinen Weg ins Innere von Gebäuden finden. Die Radonkonzentration in den einzelnen Etagen nimmt nach oben hin meist ab.

Leben und arbeiten wir für längere Zeit in Räumen mit hoher Radonkonzentration, kann das Lungenkrebs begünstigen. Verantwortlich dafür sind besonders die Zerfallsprodukte von Radon. Diese können sich an Teilchen in der Luft anlagern und gelangen so in die Lunge. Hier senden sie energiereiche Strahlung aus, die das unmittelbar umgebende Lungengewebe schädigen kann.

Die Geschichte des Radons

Radon ist kein neues Thema. Schon vor etwa 500 Jahren wurde erkannt, dass viele Bergarbeiter im Erzgebirge früh an einer Lungenkrankheit starben. Nicht bekannt war, dass es Lungenkrebs war und Radon die Ursache dafür war.

Das Element Radon selbst wurde erst 1899 entdeckt. Die Zusammenhänge zwischen der Radonkonzentration und dem Auftreten von Lungenkrebs wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannt und in zahlreichen Bergarbeiterstudien untersucht.

Seit 2001 gibt es rechtliche Regelungen für Arbeitsplätze in sogenannten Radon-Arbeitsfeldern. Dazu gehören zum Beispiel Arbeitsplätze in Anlagen der Wasserversorgung, untertägigen Bergwerken oder in Radon-Heilbädern. Mit dem neuen Strahlenschutzgesetz und der Strahlenschutzverordnung wurde 2018 der Radonschutz ausgeweitet, denn jetzt gibt es rechtliche Regelungen zu Radon an Arbeitsplätzen und in Wohnräumen: Hier gilt beispielsweise der Referenzwert für die Radonkonzentration. Er beträgt 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft.

chemisches Element RadonFoto: Tuna salmon/Adobe Stock

Radon in Gebäuden

Vor allem in Gebäudebereichen mit Erdkontakt kann durch Fugen, Spalten und Risse sowie entlang von Kabel- und Rohrdurchführungen Radon ins Innere eindringen. Der bauliche Zustand entscheidet darüber, wie viel Radon tatsächlich ins Haus eindringen kann. Von der Dichtigkeit des Gebäudes und vom Nutzerverhalten hängt es ab, wie viel Radon aus dem Gebäude wieder entweichen kann.

Bei Bestandsgebäuden ist es sinnvoll, erstmal selbst zu prüfen, ob die Radonkonzentration den Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m3) überschreitet. Messungen der Nachbarn, die nur wenige Meter entfernt wohnen, geben keinen Aufschluss über die Radonkonzentration in den eigenen Wohnräumen.

Radon selbst messen

Jeder kann Radon einfach, zuverlässig und kostengünstig selbst messen: Die Messgeräte heißen Exposimeter. Das sind kleine Kunststoffdosen, die weder Strom noch Batterien brauchen. Sie sollten Exposimeter von einer anerkannten Stelle beziehen, das garantiert qualitätsgesicherte Ergebnisse. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) führt eine Liste der anerkannten Stellen.

Um die Radonkonzentration zu messen, sollten Sie die Exposimeter in mindestens zwei häufig genutzten Räumen aufstellen, am besten im untersten Wohngeschoss. Wenn auch im Kellergeschoss Räume liegen, die häufig genutzt werden, wie Büro oder Hobbyraum, messen Sie dort zusätzlich.

Die Exposimeter sollten

  • nicht direkt an Türen und Fenstern liegen,
  • frei von Zugluft sein,
  • nicht direkt an der Wand liegen, mindestens 10 cm Abstand,
  • nicht direkt in der Sonne oder nahe an der Heizung liegen,
  • ungefähr in Atemhöhe sein.

Anfangs- und Enddatum der Messung sind für die Auswertung der Exposimeter besonders wichtig. Deshalb sollten Sie die mitgelieferten Protokolle gewissenhaft ausfüllen. Ideal ist eine Messung über einen Zeitraum von zwölf Monaten. In der Praxis ist das manchmal nicht möglich. Man sollte aber mindestens sechs Monate messen, und der Messzeitraum sollte mindestens zur Hälfte im Winterhalbjahr liegen, circa 15. Oktober bis 15. April. Während der Messung müssen die Exposimeter immer am selben Ort bleiben. Die Wohnung kann wie gewohnt genutzt und gelüftet werden.

Nach der Messung schicken Sie die Exposimeter zur Auswertung zurück. Für den Rückversand eignen sich die Originalverpackungen. Das Ergebnis wird Ihnen nach wenigen Wochen mitgeteilt. Liegt das Messergebnis über dem Referenzwert von 300 Bq/m3, sollten Sie geeignete Maßnahmen ergreifen und sich beraten lassen.

Radon in KellerräumenFoto: Iriana Shiyan/Adobe Stock Besonders im Keller sollte die Radon-Konzentration gemessen werden.

Maßnahmen zum Schutz

Wird der Referenzwert nur gering überschritten, kann regelmäßiges Stoßlüften die Radonkonzentration senken. Auch als Sofortmaßnahme kann Stoßlüften angewendet werden.

Bei Bestandsgebäuden gibt es drei Strategien, um sich vor Radon zu schützen:

  • Radon den Eintritt ins Gebäude erschweren
  • Radon den Austritt aus dem Gebäude ermöglichen
  • Radon die Ausbreitung im Haus erschweren

Beim Abdichten potenzieller Eintrittsstellen für Radon liegt das Augenmerk auf Rissen und Fugen in Böden oder Wänden mit Erdkontakt sowie auf Rohrdurchführungen. Ausbreitungswege für Radon sind zudem Leitungsdurchführungen im Keller und in Wohnräumen. Punktuelle Undichtigkeiten können von geübten Heimwerkern selbst abgedichtet werden. Als Abdichtmasse eignet sich etwa Silikon.

Mit einem sogenannten Radonbrunnen im Gebäude oder in der Nähe des Gebäudes wird die radonhaltige Bodenluft punktuell abgesaugt und so vom Fundament ferngehalten. Das verhindert, dass Radon überhaupt ins Gebäude eintritt.

Ein abgeschlossenes Treppenhaus mit einer luftdichten Tür zum unbewohnten Keller verhindert, dass sich Radon in die darüberliegenden Räume ausbreitet. Hier ist auch das Montieren eines automatischen Türschließers möglich.

Bei baulichen Maßnahmen, die den Luftwechsel verringern, ist es immer ratsam, den Radonschutz mitzudenken. Bei der energetischen Sanierung können etwa dichte Türen und Fenster den Austritt von Radon verringern und damit die Radonkonzentration im Gebäude erhöhen.

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Radon-Vorsorgegebiet in Bayern

Da Radon alle etwas angehen kann, enthalten das Strahlenschutzgesetz und die Strahlenschutzverordnung des Bundes Regelungen, die überall gelten. Dazu gehört zum Beispiel ein verpflichtender Basisschutz vor Radon beim Neubau.

In bestimmten Gegenden in Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit für erhöhte Radonkonzentrationen in Innenräumen größer. Zum Schutz der Bevölkerung hat der Gesetzgeber die Bundesländer daher verpflichtet, diese als Radon-Vorsorgegebiete festzulegen.

In Bayern wurde der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge als Radon-Vorsorgegebiet festgelegt. Hier wird erwartet, dass in mehr als 10 % der Gebäude der gesetzliche Referenzwert überschritten wird. Diese Festlegung gibt jedoch keine Auskunft über die tatsächliche Höhe der Radonkonzentration in Innenräumen, weder innerhalb noch außerhalb der Radon-Vorsorgegebiete. 

Karte zu Radon-Konzentration im BodenQuelle: Bundesamt für Strahlenschutz Radon-Konzentration im Boden

Wer wissen möchte, wie hoch die Radonkonzentration zu Hause oder am Arbeitsplatz ist, muss messen. Für den Neubau und an Arbeitsplätzen gelten in einem Radon-Vorsorgegebiet zusätzliche gesetzliche Vorgaben:

  • Arbeitgeber müssen an allen Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss die Radonkonzentration messen.
  • Zusätzlich zum Basisschutz muss beim Neubau im Radon-Vorsorgegebiet eine weitere Radon-Schutzmaßnahme umgesetzt werden, etwa durch besondere Abdichtungsmaßnahmen oder eine Radondrainage, bei der unter dem Fundament radonhaltige Bodenluft flächig abgesaugt und durch Unterdruck ins Freie geleitet wird. Ziel ist, den Radoneintritt von vornherein so gering wie möglich zu halten.

Ob nun im Landkreis Wunsiedel oder in einem anderem Gebiet Bayerns: Jeder Eigenheimer sollte das Thema „Radon“ ernst nehmen und sich über mögliche Risiken informieren. Mehr zum Thema „Radon“ erfahren Sie beim 15. Bayerischen Radon-Netzwerk-Treffen am 10. März 2026 am Bayerischen Landesamt für Umwelt in Augsburg.

Weitere Infos

Radon-Fachstelle Bayern

Radon-Messgeräte

Karten zur Radon-Konzentration

15. Bayerisches Radon-Netzwerk-Treffen 


Quelle: Radon-Fachstelle Bayern/Bayerisches Landesamt für Umwelt

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