Aromatische Minze

Würzkräuter mit langen Beinen

Die Heimat vieler Minzarten liegt im gemäßigten Klima der Nordhalbkugel, in Europa, Nordafrika und Vorderasien. Dort kommt das Gewürz- und Heilkraut meist an Gewässerufern, Gräben und feuchten Wiesen vor. Die zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) zählende Gattung weist eine große Arten- und Sortenvielfalt auf – was auch daran liegt, dass die Arten sich leicht kreuzen.

Frau riecht an duftender Minze im GartenValerii Honcharuk/Adobe Stock

Minzen riechen und schmecken ganz unterschiedlich: von herb, balsamisch, scharf oder mentholhaltig bis zu fruchtig. Ebenso vielfältig ist die Art der Verwendung: Sie reicht von kalten und heißen Getränken bis zum Würzen von Salaten, Soßen und Kräuterquark. Auch beim Aromatisieren von Konfitüre und Süßspeisen kann Minze punkten. Zudem werden die Blätter medizinisch genutzt, etwa als Tee bei Magen-Darm-Beschwerden oder Erkältungen.

Das Aussehen der Minze variiert je nach Art und Sorte. So gibt es kriechende Arten mit nur 5 cm Höhe, während starkwüchsige Arten bis zu 1 m hoch werden. Die Stängel sind kantig und die Blätter meist eiförmig und gesägt. Die im Sommer erscheinenden Blütenstände bestehen aus zahlreichen winzigen Einzelblüten und ziehen viele Insekten wie Wildbienen und Schwebfliegen an.

Minzen bevorzugen einen feuchten, nährstoffreichen Boden, überstehen aber auch kurzzeitige Trockenphasen. Zwar lieben sie Wärme, vertragen aber Hitze und pralle Sonne schlecht – daher ist ein Platz im Halbschatten ideal.

Pfefferminze und Sorten

Mentha x piperita

Bei der Pfefferminze handelt es sich um eine Kreuzung aus Wasserminze und Ähriger Minze. Sie zeichnet sich durch großes Laub und intensives Minzaroma aus. Pfefferminze enthält Menthol und wirkt dadurch kühlend.

Thüringer Pfefferminze
Mentha x piperita var. piperita ‘Multimentha’
Höhe: 70–100 cm
Blüte: lila, Juni bis August
Aroma: intensives Minzaroma
Besonderheit: sehr robust und wüchsig

Schoko-Minze
Mentha x piperita var. piperita ‘Chocolate’
Höhe: 30–60 cm
Blüte: lila, Juni bis August
Aroma: frisch mit süßen Noten
Besonderheit: dekoratives rötliches Blatt und dunkle Stiele

Minzen bändigen

Alle Arten und Sorten der Minze sind ausdauernd und wüchsig. Das einzige Problem ist ihr unbändiger Ausbreitungsdrang – über lange Ausläufer wandern sie quer durch den Garten.

Am einfachsten ist es daher, Minzen in Pflanzgefäßen zu kultivieren. Wählen Sie große Töpfe mit mindestens 25 cm Durchmesser bzw. 10 l Erdvolumen. Dann kann die Pflanze etwa drei Jahre darin wachsen, bis Sie sie in frische Erde umtopfen müssen. Versorgen Sie Minzen in Töpfen im Frühjahr mit einem organischen Volldünger. Sie können die Minze auch in einem großen Tontopf im Beet einsenken – dann müssen Sie seltener gießen.

Wenn Sie im Garten ein Minzbeet anlegen wollen, stecken Sie am besten im Halbschatten einen kleinen Bereich ab und bauen Sie eine Wurzelsperre ein. Empfehlenswert sind hier etwa Rasenkanten aus verzinktem Metall, die Sie mindestens 30 cm tief in den Boden stecken. Lassen Sie sie oben ca. 5 cm herausgucken, damit die Triebe nicht so leicht über den Rand wachsen. Nun können Sie in den abgesteckten Bereich verschiedene Minzarten und -sorten pflanzen. Mit der Zeit werden diese wild durcheinander wachsen – bei etwa gleich starken Arten ist das kein Problem.

Vielleicht gibt es ja auch Bereiche in Ihrem Garten, die Sie weniger intensiv nutzen und wo die Ausläuferbildung nicht stört. Hier können Sie Minzen auch ohne Sperre pflanzen und bei Bedarf den „Überschuss“ mit einem Spaten abstechen.

Ährige Minze und Sorten

Mentha spicata, auch Grüne Minze

Die Ährige Minze wird für Tee, zum Würzen von Soßen und zum Garnieren genutzt. Als eine der bekanntesten Arten dient sie auch zum Aromatisieren von Zahnpasta, Kaugummi und Süßigkeiten.

Englische Grüne Minze
Mentha spicata ‘Englische Grüne’
Höhe: 70–100 cm
Blüte: zartlila, Juli/August
Aroma: frisches, reines Minzaroma
Besonderheit: Klassiker der englischen Küche

Marokkanische Minze
Mentha spicata var. crispa ‘Marokko’
Höhe: 30–60 cm
Blüte: weiß, Juli/August
Aroma: frisches, reines Minzaroma
Besonderheit: Klassiker aus Nordafrika, perfekt für Tee oder Eistee

Dunkle Spearmint-Minze
Mentha spicata ‘Black Spearmint’
Höhe: 40–80 cm
Blüte: zartlila, Juli/August
Aroma: typisches Spearmint-Aroma
Besonderheit: rötliches Blatt an dunklen Stielen

Vermehren geht leicht

Minzen lassen sich schnell und einfach vermehren. Schneiden Sie etwa 10 cm lange Triebe ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stellen Sie die Triebe in ein Wasserglas. Schon bald bilden sich zahlreiche Wurzeln, dann können Sie topfen.

Platzieren Sie die Töpfe am besten an einer schattigen, windgeschützten Stelle, bis sich die Pflanzen fest verwurzelt haben. Auch eine Vermehrung über Ausläufer gelingt leicht und zuverlässig – oft sind hier schon erste Wurzeln erkennbar. Größere Pflanzen können Sie auch teilen, oder Sie stechen Teilstücke mit Trieben und Wurzeln ab und pflanzen sie neu.

Rundblättrige Minze und Sorten

Mentha suaveolens, auch Apfelminze

Die Rundblättrige Minze punktet mit feinem, fruchtigem Apfelaroma. Ihre Blätter enthalten wenig Menthol, daher sind Duft und Geschmack mild.

Rundblättrige Minze
Mentha suaveolens
Höhe: 30–60 cm
Blüte: weiß bis zartrosa, Juli/August
Aroma: mild, fruchtig
Besonderheit: dekoratives, silbrig grünes Blatt; leicht pelzig

Ananas-Minze
Mentha suaveolens ‘Variegata’
Höhe: 30–60 cm
Blüte: weiß bis zartrosa, Juli/August
Aroma: herbe Zitrusnoten
Besonderheit: dekoratives Blatt, frischgrün mit breitem, weißem Rand

Annerose Hilbich

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