Was sprießt denn da?

Die häufigsten Wildkräuter im Rasen erkennen

Ein Rasen voller Löwenzahn – eine schöne Idylle, die vielleicht aber nicht jeder möchte. Blumen und Kräuter als zusätzlicher Bewuchs im Rasen? Das kann durchaus hübsch sein, aber die Geister, die man nicht rief, vermehren sich, und wie! Denn sind sie erst einmal da, die Gänseblümchen, der Löwen­zahn, Moose und Kleeblüten, wird es schnell zu bunt.


Wildkräuter im Rasen erkennenFoto: Andrea/Adobe Stock


Auch wenn der Rasen kein englischer sein muss, an diesem Ort sind die zahl­reichen Beikräuter eben Unkraut – obwohl es das „natürlich“ gar nicht gibt. Denn mit ihrer oft höheren Lebenskraft sind sie im Konkurrenzkampf um Nähr­stoffe, Wasser und Licht eine ernste Her­aus­for­derung für unsere Rasen­gräser. Und für Wildbiene und Co. können Sie auch an anderen Stellen Nektar und Pollen bereit halten.

Das Auftreten von Kräutern im Rasen ist unvermeidlich. Doch mit aus­rei­chen­der Düngung und regelmäßiger und richtiger Pflege lässt sich der Bei­wuchs auf ein Minimum reduzieren. Mehrjährige Kräuter wie Löwen­zahn, die durch ihr Wurzelwerk Fuß gefasst haben, können Sie gut ausstechen, ein­jäh­rige wie Vogelmiere leicht auszupfen. Doch dafür müssen Sie die Pflan­zen erst einmal erkennen.

Die nachfolgende Auswahl der am häufigsten auftretenden Arten soll Ihnen dabei helfen. Sie werden sehen, es kann sich schon so allerhand auf dem Rasen tummeln.

Jens Carstens


Die wichtigsten Arten im Überblick

VogelmiereFoto: Joachim/Adobe StockVogelmiere (Stellaria media)

Umgangssprachlich auch Hüh­ner­darm genannt. Sie gehört zu den Nelkengewächsen und kommt praktisch überall vor: auf Äckern, an Wegen, in Gärten, be­vor­zugt jedoch feuchte, nähr­stoff­reiche Böden. Besitzt einen niedrigen, kriechenden Wuchs.

Im Frühling und Sommer bilden sich zahlreiche kleine, weiße, sternförmige Blüten. Kann an geschützten Stellen auch das ganze Jahr lang blühen: Ihre Lebenskraft lässt sie bei milden Temperaturen sogar im Winter noch einmal austreiben.

 

 

Mittlerer WegerichFoto: emer/Adobe StockMittlerer Wegerich (Plantago media)

Das auch Wundkraut oder Him­mels­brot genannte Gewächs besiedelt natürlicherweise Ma­ger­wiesen und Wegränder, im Garten kommt es daher auf ent­sprechend mageren Rasen­flächen vor. Wird mit Blütenstand zwischen 15 und 50 cm hoch, wobei die rosettenförmig an­ge­ordneten Blätter breit und flach auf dem Boden liegen. Bildet zwischen Mai und Sep­tem­ber weißliche bis vio­lett­far­bene, leicht duftende, 9–17 cm lange Blütenstände.

 

 

WeißkleeFoto: mauritius images/Cleuna (Medicinal Plants)/AlamyWeißklee (Trifolium repens)

Er ist der am weitesten ver­brei­tete unter den mehr als 300 Arten und somit ein häufiger Gast, der wegen seiner aus­ge­prägten Fähigkeit zum Wuchern im Rasen nicht gut geduldet werden sollte. Wie Rotklee gehört er zu den Schmetter­lings­blüt­lern. Eine niedrige, krautige Pflan­ze mit 5–20 cm Wuchshöhe und drei­zähligen Blättern. Be­vor­zugt schwere Böden. Da die Blüten viele Bienen anziehen, können Sie ihm gut einen Platz abseits des Rasens zuweisen.

 

 

HabichtskrautFoto: richpav/Adobe StockHabichtskraut (Hieracium)

Die krautige Pflanze mit bo­den­stän­di­ger Blattrosette erreicht eine Wuchshöhe von 30 cm. Gehört zu den Korbblütlern. Auf den ersten Blick ähnelt es mit seinen gelben Blüten, die zwischen Mai und August er­scheinen, dem Löwenzahn. Bildet kräftige Pfahlwurzeln und bewuchert mit seinen Ausläufern (Stolonen) die Rasenfläche. Be­vor­zugt trockene, leicht saure, nährstoffarme Böden.

 

 

GundermannFoto: voltan/Adobe StockGundermann (Glechoma hederacea)

Krautige, wintergrüne Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Bildet zwischen April und Juni zahlreiche kleine, blau­vio­lett­far­bene Blüten. Er erreicht eine Wuchshöhe von etwa 30 cm. Liebt Schatten und Halb­schat­ten, hat gern feuchten, nähr­stoff­reichen Boden. Mit seinen langen, auf dem Rasen „krie­chen­den“ Ausläufern, deren Knoten sich bewurzeln, breitet er sich über den Rasen aus. Wächst sehr schnell und ist ausdauernd.

 

 

Kriechender GünselFoto: mauritius images/ imageBROKER/BAOKriechender Günsel (Ajuga reptans)

Bevorzugt nährstoffreiche und humose Böden. Gehört zu den Lippenblütlern und erreicht eine Höhe von 10–30 cm. Er ent­wickelt in der Zeit von Mai bis Juli zahlreiche blaue Blüten. Die langen Ausläufer der Pflanze bewurzeln sich an den Knoten.

 

 

HirtentäschelkrautFoto: Joachim/Adobe StockHirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris)

Das wegen der Form seiner Sa­men­kap­sel „Hirtentäschel“ ge­nannte Kraut gehört zur Familie der Kreuz­blü­ten­ge­wächse. Es ist eine krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 10–50 cm er­rei­chen kann. Be­vor­zugt nähr- und stick­stoff­reiche Böden. Außer im Rasen kommt es häufig auf Brach­flächen und Äckern vor. Bei milder Witterung kann es wäh­rend des ganzen Jahres blühen.

 

 

Kriechender HahnenfußFoto: dabjola/Adobe StockKriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)

Die krautige Pflanze erreicht eine Höhe von 10–50 cm. Die Blüten sind gelb, Blütezeit ist von Mai bis August. Bevorzugt schwere Böden. Die Bezeichnung „krie­chend“ kommt von den sich an der Blattbasis bildenden, dicht am Boden liegenden, sehr zähen Ausläufern.

 

 

Kleine BraunelleFoto: Dmitriy Syechin/Adobe StockKleine Braunelle (Prunella vulgaris)

Gehört zur Gattung der Lippenblütler. Siedelt bevorzugt auf halbtrockenen Standorten und Trittrasen. Die meist rotviolettfarbenen Blüten erscheinen von Juni bis November. Blätter oval. Besitzt kurze, kräftige Ausläufer, an denen sich Ableger bilden. Wuchshöhe von 10–30 cm.