Eisheilige

Im Monat Mai gibt es Tage, die man „Eisheilige“ bezeichnet. Damit sind die Tage vom 11. bis 15. Mai gemeint. Diese Heiligen sollten alle (Hobby-)Gärtner gut kennen. Wieso?

Früher, als es noch keinen Wetterdienst gab, beobachteten die Menschen die Natur, wenn sie wissen wollten, wie das Wetter wird. Bei diesen Beobachtungen konnten sie Wetterbedingungen feststellen, die sich immer wieder zeigten zu bestimmten Zeiten im Jahr. Auch das Verhalten der Tiere war immer sehr ähnlich. So studierten sie diese Verhaltensweisen ganz genau über Jahre und Jahrzehnte und zogen schließlich ihre Schlüsse daraus, wie sich das Wetter entwickeln würde. So entstanden auch die sogenannten Bauernregeln. Das sind Beobachtungen, die in Versform gebracht wurden. Daher ist meist viel Wahres dran, zum Beispiel „Geht die Sonne feurig auf, folgen Wind und Regen drauf“.

Damals nannte man den Namen des Heiligen, welchem an diesem Tag gedacht wurde und jeder wusste, um welchen Tag es sich handelte. Sagte man also an „Johanni“, war klar, dass der 24. Juni gemeint war, der Gedenktag Johannes‘ des Täufers. Genauso bekannt waren die Namen Sophie, Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius, die Eisheiligen, die Tage vom 11. Bis zum 15. Mai eines jeden Jahres. Diese heiligen lebten im 3. Bis 5. Jahrhundert und waren Märtyrer oder Bischöfe. 

Im Mai gab - und gibt es noch – immer wieder Frosttage, welche viele Pflanzen erfrieren ließ – traurig für alle Hobbygärtner, die die Pflanzen vorher mit viel Liebe gepflanzt hatten……also hat man aus der Geschichte gelernt und erkannte, dass oft nach dem 10. Mai noch Frost und kalte Polarluft vom Norden her zu uns kam und erst einmal zu einem Temperatursturz führte.  

Deshalb ist es ratsam, empfindliche Pflanzen und Gewächse erst NACH den Eisheiligen zu säen oder ins Freie zu stellen oder zu pflanzen.

Die Eisheiligen und Bauernregeln unterscheiden sich im Norden und Süden ein wenig, da die Kaltzone im Norden meist ein paar Tage früher kommt und abzieht als im Süden. Das erklärt auch, warum man im Norden den heiligen Mamertus (11. Mai) sowie Pankratius (12. Mai) und Servatius (13. Mai) als Eisheilige betrachtet, im Süden jedoch erst mit Pankratius beginnt, aber den Heiligen Bonifatius (14. Mai) und die Heilige Sophie am 15. Mai noch dazu zählt.