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Von Wirkungsgrad, Leistungstoleranz und LeistungsgarantieQualitätsmerkmale einer Solarstromanlage
Bei Solarstromanlagen ist es nicht anders als bei allen anderen technischen Einrichtungen: Funktion, Ertrag und Lebensdauer sind abhängig von der Qualität der Anlagenbestandteile und in gleichem Maße von der handwerklichen Güte, mit der die Anlage installiert wurde. Was aber bedeutet in diesem Zusammenhang Qualität, woran ist sie zu erkennen und wie kann sie verbessert werden? Dazu gibt es klare Antworten, die wir hier in drei Bereiche unterteilt erläutern: Güte der Komponenten, Genauigkeit der Anlagenerrichtung und Rahmen- bedingungen. Die Qualität der SolarmoduleDie Qualität der Komponenten beinhaltet natürlich in erster Linie die Leistungs- fähigkeit, Sicherheit und Lebensdauer der Solarmodule. Die entscheidenden Leistungsgrößen sind der Wirkungsgrad, die Leistungstoleranz und die Leistungsgarantie.
Für den Jahresertrag ist außerdem die Leistungstoleranz von Bedeutung. Alle Module, die eine Fabrik verlassen, haben eine Nennleistung, die in Watt ausgedrückt wird. Gleiche Module besitzen aber keine völlig gleiche Nennleistung, vielmehr gibt es Schwankungen nach oben und unten. Gute Module zeichnen sich durch eine geringe oder fast völlig fehlende Schwankungsbreite aus: Als normal und durchschnittlich gelten +/–3 %. Solarstromanlagen arbeiten grundsätzlich besser, wenn kei-ne größeren Schwankungen der Nennleistung bei den in einer Anlage zusammengefassten Modulen vorliegen. Alle Module einer Anlage sollen also möglichst die gleiche, und zwar eine nur geringe Schwankungsbreite – also Leistungstoleranz – aufweisen. Deshalb kann neben dem Wirkungsgrad diese Leistungstoleranz als Qualitätsmerkmal gelten: je geringer, desto besser. Werte über +/–3 % sind abzulehnen. Einige Hersteller liefern Module mit nur positiver Abweichung aus, hier erscheint dann nur ein Wert von z.B. +3 %. Damit fahren Sie am besten, solche Ware ist zu bevorzugen. Das dritte für den Laien leicht erkennbare Qualitätsmerkmal für Solarmodule ist die Dauer der Leistungsgarantie. Es liegt auf der Hand, dass gute Hersteller eine langfristige Garantie geben können. Üblich ist die Garantie von 80 % Nennleistung nach 25 Jahren Betrieb. Diese Spanne ist heute weitgehend Standard, prüfen Sie dennoch, ob die Werte nicht geringer sind: Es gibt immer noch Angebote mit 80 % Nennleistung nach nur 20 Jahren. Das ist zu wenig! Schließlich ist es noch wichtig, darauf zu achten, dass die Module das Siegel der DIN-Vorschrift tragen. ZusammenfassungZur Qualität der Komponenten einer Anlage lässt sich also zusammenfassen: Der Modulwirkungsgrad sollte nicht unter 13 % liegen, höhere Werte ermöglichen mehr installierte Leistung auf der gleichen Fläche, bei teureren Spitzenmodulen sollte die Wirtschaftlichkeit durchgerechnet werden.Gute Module weisen als Leistungstoleranz keine höheren Werte auf als +/–3 %, gut sind Angebote mit einer ausschließlich positiven Toleranz, also etwa +3 %. Die Leistungsgarantie auf die Nennleistung muss bei 80 % nach 25 Jahren liegen. Qualität der handwerklichen ArbeitenSchwer zu beurteilen ist der zweite Bereich, die Qualität der handwerklichen Arbeit durch den beauftragten Installateur. Zunächst gilt immer die Regel, nicht weniger als drei Angebote einzuholen und genau zu vergleichen.Um ein Fachunternehmen zu finden, welches sich regelmäßig mit dem Bau von Photovoltaikanlagen befasst, ist es ratsam, sich von der Innung des Elektro- handwerks eine Liste der Photovoltaik-Fachbetriebe schicken zu lassen. Damit ist auf jeden Fall eine gute Vorauswahl getroffen. Da eine Beurteilung im Einzelfall darüber hinaus nicht möglich ist, rät die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) dazu, sich von den in die engere Wahl kommenden Handwerksbetrieben Referenzen nennen zu lassen. Wer mit hohem technischem Engagement gute Anlagen errichtet, wird gerne bereit sein, auf zufriedene Kunden zu verweisen. Ein solcher Nachweis ist die beste Absicherung. Dachausrichtung, Pflege und WartungAls dritter Faktor beeinflussen die Rahmenbedingungen den Ertrag einer Anlage und damit letztlich auch ihre Qualität im weitesten Sinne. Die in dieser Hinsicht relevanten Rahmenbedingungen bestehen in den örtlichen Gegebenheiten sowie in der Pflege und Wartung der Anlage während der gesamten Lebensdauer.
Alles, was weniger günstig ist, bringt jedoch Mindererträge, die der Betreiber vor der Errichtung kennen sollte. Wichtig ist deshalb das ausführliche und offene Vorgespräch mit dem ausführenden Handwerksbetrieb. Damit werden auch Einflussfaktoren wie Verschattung und mögliche Verschmutzung erfasst und in die Ertragsprognose eingebracht, die jedem Angebot beiliegen muss. Solaranlagen gelten mit Recht allgemein als „wartungsarm und pflegeleicht“, das bedeutet aber nicht den völligen Verzicht auf alle Wartungsarbeiten: Ein Photovoltaik-Fachmann, meist der liefernde Installateur, sollte alle drei Jahre eine Sichtprüfung auf dem Dach vornehmen mit Beschau der Anschlussdosen, Kabelverbindungen und Halteelemente. Auch der Zählerschrank und der Wechselrichter werden in Augenschein genommen. Das ist alles, was an Wartungsbedarf anfällt. Der Anlagenbesitzer braucht sich keine Sorgen zu machen: Eine So-larstromanlage widersteht auch starken Wetterbelastungen. Nur extrem schwerer Hagel kann die Module beschädigen. Nach solch starkem Hagel ist eine Überprüfung durch den Fachmann zu empfehlen. Reinigungsmaßnahmen entfallen völlig, wenn die Dachneigung 35 Grad und mehr beträgt. Der Regen besorgt das Säubern der Glasflächen mit seinem weichen Wasser. Nur bei Anlagen mit flacherem Modulstand können sich im Laufe der Jahre Schmutzablagerungen besonders im Randbereich bilden. Das wird bei gerahmten Modulen durch die Dicke der Aluminiumprofile begünstigt. In solchen Fällen ist eine Beobachtung sinnvoll, einfaches Abwaschen mit einem weichen Besen behebt den durch Schmutz entstehenden Verschattungsnachteil. Engagement für die UmweltAls Resultat bleibt uns die Gewissheit, dass Solarstromanlagen für die Umstellung unserer Energiewirtschaft notwendig, sinnvoll und nutzbringend sind. Für den Eigentümer/Betreiber bilden sie den Beweis für sein weitsichtiges Denken wie für sein gesellschaftliches Engagement. Hartmut Will, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.
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