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Rollläden, Rollos und Jalousien:
Kennen Sie den Unterschied?

Es ist ratsam, Fachleute aus dem Rollladen- und Jalousiebauer-Handwerk anzusprechen, wenn es um Informationen über Rollläden oder Sonnenschutz ganz allgemein geht. Allein die Frage, wo der Unterschied zwischen Rollläden, Rollos und Jalousien liegt, kann man hier am besten klären.

Ein Rollladen ist ein massiver Behang, der sich zum Schutz vor äußeren Einflüssen außen vor dem Fenster abrollt. Rollos sind innen liegende textile Vorhänge, die über eine obere – meistens runde – Federwelle auf- und abrollen und nur als Sicht- und Blendschutz wirken.
Jalousien (auch Raffstores) bestehen aus flachen, voneinander getrennten Lamellen (heute meist aus Aluminium), die sich im herabgefahrenen Zustand synchron verstellen lassen. Sie regulieren den Lichteinfall und können innen und außen angebracht werden, wobei sie außen montiert besonders im Sommer eine große Wärmereflektion bewirken. Sie sind also ausschließlich Sicht- und Sonnenschutz.

Textiler Sonnenschutz gibt Räumen einen eigenen Charakter. Aus dem Lieblingsstoff können sowohl Rollos als auch Flächenvorhänge und Vertikaljalousien gefertigt werden. Foto: MHZ
Textiler Sonnenschutz gibt Räumen einen eigenen Charakter. Aus dem Lieblingsstoff können sowohl Rollos als auch Flächenvorhänge und Vertikaljalousien gefertigt werden. Foto: MHZ
Rollläden bieten vielfältigen Schutz
Je nach Ausführung haben Rollläden unterschiedliche Eigenschaf-ten. Wichtigstes Teil eines Rollladens ist der Behang. Wir sprechen in der Branche von einem „Rollladenpanzer“.
Ein Rollladen kann als Sicht- und Sonnenschutz, Kälte-, Sturm-, Hagel-, Lärm- und Einbruchschutz dienen. Um all diese Schutzfunktionen voll zu erfüllen, muss der „Panzer“ aus widerstandsfähigen Stabmaterialien bestehen.

Allein die laut Landeskriminalamt zunehmenden, jedoch abgebrochenen Einbruchversuche verdeutlichen, dass man einem Täter aufwandintensives Material und Zusatzeinrichtungen entgegensetzen muss, damit er von seinem Vorhaben ablässt.

Schutz vor Sturm
Auch die immer stärker werdenden Sturmschäden zeigen, wie wichtig widerstandsfähige Rollladen-Stäbe sind. Ein schwacher Rollladenbehang wird bei Sogwirkung sehr leicht aus seinen seitlichen Führungen gezogen.

Rollladenstäbe werden heute aus Kunststoff, Aluminium (rollgeformt, ausgeschäumt), Stahl, stranggepresstem Aluminium, Holz oder Edelstahl angeboten, und dieser Reihenfolge folgt auch die Preisgestaltung. Ein stabiler, langlebiger Rollladenpanzer muss teurer sein als ein sehr einfacher Kunststoffbehang.

Es sei auch erwähnt, dass der Standard-Rollladen mit entsprechendem Rollraum im Sturzkasten über dem Fenster meist größere und stabilere Stäbe hat als die „Mini-Rollläden“, die nachträglich mit einem Blendkasten vor die Fenster montiert werden oder mit kleinen Aufsatzkästen beim Fenstertausch oft mitgeliefert werden.

Gut gesichert: Diese Schnellverbinder fixieren den Rollladenpanzer stabil an der Welle und halten einem Hochschiebedruck von über 100 kg stand Foto: Somfy
Gut gesichert: Diese Schnellverbinder fixieren den Rollladenpanzer stabil an der Welle und halten einem Hochschiebedruck von über 100 kg stand Foto: Somfy
Schutz vor Einbruch
„Einbruchsichere“ Rollläden gibt es nicht, aber einbruchhemmende. Wenn Rollläden einbruchhemmend sein sollen, muss dickwandigeres Aluminium-, Stahl- oder Edelstahl-Stabmaterial zum Einsatz kommen (vgl. DINV 18073). Dies wiederum gewährleistet auch, dass ein solcher stabiler Rollladenpanzer stärkeren Stürmen widersteht. Wenn Sie einbruchhemmende Rollläden einbauen lassen wollen, sollten Sie auf die folgenden fünf Aspekte achten:

  1. Der „Panzer“ muss aus widerstandsfähigem Material sein (Musterstäbe prüfen).
  2. Der „Panzer“ muss gegen Hochschieben gesichert sein (Hochschiebesicherungen).
  3. Der „Panzer“ muss gegen Herausreißen gesichert sein (Endleistenverstärkung).
  4. Die seitlichen Führungsschienen müssen gegen Aufhebeln gesichert sein (massiv).
  5. Der Zugang zum Sturz- oder Blendkasten muss gesichert sein.

Es gibt auch zertifizierte einbruchhemmende Rollladensysteme (WK2, WK3 usw.), über die Sie sich im Rollladen-Fachbetrieb informieren und beraten lassen können.

Bei diesem Haus wurden die typischen Vorbau-Rollläden (Mini-Rollläden) mit außen liegendem Blendkasten eingebaut Foto: Heydebreck
Bei diesem Haus wurden die typischen Vorbau-Rollläden (Mini-Rollläden) mit außen liegendem Blendkasten eingebaut Foto: Heydebreck
Schutz vor Lärm
Straßen-, Flug- oder Bahnlärm können Sie ebenfalls mit „richtigen“ Rollläden entgegenwirken. Das physikalische Prinzip „viel Materie bringt viel Schutz“ gilt auch für den Rollladenpanzer. Je schwerer also das Rollladenstabmaterial ist, desto höher ist der Schallschutz.

Ein leichter Kunststoff- oder Mini-Aluminium-Behang mit 2 bis 3 kg pro m2 wird nur einen sehr geringen Lärmschutz bieten, während Panzer mit 7 kg/m² (Holz), 8 kg/m² (Aluminium stranggepresst), 10 kg/m² (Alu-Sonderlegierung mit Gießharz gefüllt), bis hin zu 18 kg/m² (Edelstahl-Standard) die besten Ergebnisse bieten. Wobei aber unbedingt noch der Abstand des Panzers vom Fenster in die Berechnungen einbezogen werden muss.

Heute werden Rollladen-Sturzkästen durch die ENEV (Energie-Einspar-Verordnung) leider mit zuviel Isoliermaterial ausgestattet, sodass kaum noch Rollraum für einen vernünftigen Rollladenpanzer bleibt. Diese Maßnahme ist sehr umstritten, zumal der Flächenanteil eines 30 cm hohen Sturzkastens an den Fassaden eines Einfamilienhauses nur 2 bis 3 % beträgt.

Es gibt größere Flächen (Fenster, Türen, Heizkörpernischen), durch die sich mehr Energie einsparen ließe. Dass ein stabiler, hochwertiger Rollladenpanzer als Schutzeinrichtung Platz im Kasten findet, sollte bei der Auswahl von Rollladenkästen wichtig sein.

Energie einsparen
Professionelle Prüfungen haben gezeigt, dass mit herabgelassenen Rollläden im Winter deutliche Energieeinsparungen erzielt werden. Jedoch zeigen auch hier unterschiedliche Panzermaterialen und Montagen unterschiedliche Ergebnisse.


Stand der Technik heute ist die Elektrifizierung von Rollläden durch Rohrmotoren. Durch eine Zeitschaltuhr fahren diese Rollläden nach Wunsch im Winter z.B. schon zwischen 16 und 17 Uhr herab, was die zunehmende Zahl der Dämmerungs-Einbrüche verhindern kann und außerdem eine nachweisbare Energieeinsparung bewirkt. Außerdem bewegen sich die Rollläden auch während der Abwesenheit z.B. im Urlaub automatisch abends herab und morgens wieder herauf, sodass das Haus bewohnt aussieht.

Bernd Heydebreck

Adresse für weitere Informationen
Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz
Tel. 02 28/9 52 10-0
www.bv-rollladen.de

Bezugsquellen

Informationen zu Fördermitteln

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)Tel. 0 18 01/33 55 77 (3,9 Cent/Min. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, Preise aus Mobilfunknetzen können abweichen.
    www.kfw.de
    www.kfw-foerderbank.de
  • Fördermittelauskunft im Internetwww.foerderdata.de
    www.bauemotion.de