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Der Kellerausbau: vom Feuchtraum zum Wohntraum
Der Keller ist zuweilen eine trockene, aber völlig verstellte Rumpelkammer. Oder aber er ist feucht, kaum beheizt und riecht immer etwas muffig. Dabei haben bei-de Arten von Kellerräumen eines gemeinsam: Sie haben das Potenzial zur gediegenen Wohnfläche. Und das ist mehr, als den gesammelten Ramsch zu beherbergen. Wird der Keller ausgebaut zu Fitness- oder Hobbyräumen, Gäste- oder Arbeitszimmer, steigert das den Wert der Immobilie, und der finanzielle Mehraufwand ist dabei überschaubar. Wird hingegen eine Vermietung des ausgebauten Kellers erwogen, kann es etwas komplizierter werden, denn dann kommt die jeweilige Landesbauordnung ins Spiel. Ansonsten ist der Kellerausbau für die Eigennutzung – zum Glück – genehmigungsfrei. Wie feucht ist mein Keller? Zu Beginn steht jedoch die Beantwortung der Frage: Wie trocken ist mein Keller wirklich? Die Antwort kann bereits ein verlässliches Hygrometer liefern. Das klingt simpel, ergibt aber eine erste, neutrale Sicht auf die Dinge, wie das Beispiel einer Souterrainwohnung zeigt. Die Messung mit dem Hygrometer ergab einen Wert von nur 45% relativer Luftfeuchtigkeit. Also knapp an der Grenze zu einer notwendig werdenden Luftbefeuchtung. Das entsprach jedoch überhaupt nicht der von den Bewohnern gefühlten Luftfeuchtigkeit. Was psychologisch damit erklärbar war, dass es sich um ein Souterrain handelte. Und das hat nun einmal feucht zu sein, so die landläufige Meinung. Ist dagegen nicht die gefühlte, sondern die tatsächliche Luftfeuchte hoch, kann eine Bauzustandsanalyse, wie z.B. eine Kernbohrung, helfen, den Zustand der Wand zu ermitteln und sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen. Feuchte Keller sind nicht nur typisch für alte Gebäude, sondern auch in Neubauten relativ häufig. Die Ursache ist oft die mangelhaft ausgeführte Bauwerksabdichtung. Schäden durch fehlerhafte oder falsche Abdichtung können aber meist nur aufwändig und kostenintensiv beseitigt werden. Sind Bodenplatte und Kellerwände erst einmal zugeschüttet, können sie weder inspiziert noch richtig gewartet werden. Wie die Kellerwände abgedichtet und Feuchtigkeit vom Mauerwerk von außen und von innen ferngehalten wird, richtet sich nach der Beschaffenheit des Kellers und danach, welche Verwendung er haben soll. Wichtig ist es außerdem, den Keller gegen Überflutungen durch Grund- und Hochwasser zu schützen. Näheres hierzu erfahren Sie im Beitrag „Gegen Kellerüberflutungen rechtzeitig vorbeugen“ auf den Seiten 23 und 24 der Januarausgabe 2009. Erste Wahl: die Abdichtung von außen Einen feuchten Keller halbwegs trocken zu legen, ist aufwändig und teuer. Da die Feuchtigkeit, also das Wasser meist von außen drückt, sollte man auch dort sanieren. Dann ist die nachträgliche Vertikalabdichtung sinnvoll. Meist werden hier mineralische Dichtungsschlämme oder Bitumendickbeschichtungen aufgetragen, wie es auch bei Neubauten gemacht wird. Das ist die sinnvollste Maßnahme. Bauliche Umstände lassen es aber oft nicht zu, das Gebäude freizulegen und von außen zu sanieren. Zudem sollte beim großzügigen Aufgraben einer oder mehrerer Kellerwände grundsätzlich auch ein Statiker eingeschaltet werden, der Neigungs- und Setzungsgefahren des Gebäudes beurteilt.
Wenn es von außen nicht geht, muss von innen abgedichtet werden, was einer Außenisolierung unterlegen ist. Denn das Mauerwerk wird weiterhin von außen feucht. Hier werden meist mineralische Dichtungsschlämme und Sperrputze eingesetzt, die auf feuchten Untergründen haften. Diese Sanierung legt den Raum trocken. In den feinen Poren und Hohlräumen der Mauer kann das Wasser aber wie in einem Löschblatt weiterhin aufsteigen. Das kann nur eine Horizontalabdichtung unterbinden. Dazu kann man die Mauer wie ein Brötchen aufschnei-den oder aufsägen und wasserundurchlässige Folie als Sperrschicht einlegen. Das Verfahren eignet sich besonders, wenn die Mauer eine sogenannte Lagerfuge hat. Ohne genaue Kenntnis der Gebäudesituation und ohne Statiker sollte man jedoch solche mechanischen Verfahren nicht durchführen, da sie ein Eingriff ins Mauerwerk sind. Das gilt auch für die Alternative, die Edelstahlabdichtung. In den letzten Jahren haben sich deshalb auch die chemischen Methoden, wie das Injektionsver-fahren, durchgesetzt. Fachgerecht angewandt werden damit ähnlich gute Ergebnisse wie mit den mechanischen erzielt. Kein Verfahren legt aber die Mauer trocken. Alle beseitigen nur die Ursache der Feuchtigkeit, damit eine Trocknung einsetzen kann. Der Ausbau Wird neuer Wohnraum geschaffen und beheizt, müssen nach der Energieeinsparverordnung (siehe auch Kasten „EnEV 2009 tritt in Kraft“, Seite 296) festgelegte Wärmedämmwerte der Kellerwände und des Kellerbodens eingehalten werden. Soweit die Vorgaben bei beabsichtigten Vermietungen. Kellerböden von Altbauten sind unterhalb der Bodenplatte selten gedämmt. Wurde ein schwimmender Estrich verlegt, hat der zumindest eine gewisse Dämmwirkung. Als Innendämmung kann eine begehbare Dämmlage wie Styroporplatten mit Pressspanauflage helfen. Die Innendämmung des Keller-bodens verringert jedoch die Raumhöhe. Wichtig bei Vermietungen, denn dann reduzieren sich eventuell die von den Landesbauordnungen geforderten Raumhöhen. Auch Türdurchgänge werden um das Maß der Dämmung niedriger. Existiert keine Außen- oder Fassadendämmung, sollten zumindest die Außenwände des Kellerraums von innen gedämmt werden. Als Dämmstoffe bieten sich hier die gängigen Materialien wie Hartschaumplatten und Mineralwolle an. Vorteil: Leerrohre für die Elektroinstallation können eingelegt werden, und spätere Stemmarbeiten entfallen. Bei gemauerten Innenwänden mit einer Stärke bis ca. 15 cm kann man oft auf eine Dämmung verzichten. Bei dickeren, verputzten Wänden ist ein Klopftest oder eine kleine Bohrung zu empfehlen, um den Wandaufbau zu erkunden. Sollen gar tragende Wände teilweise oder ganz entfernt werden, kommt man wiederum an einem Architekten oder Statiker nicht vorbei. Es werde Licht Für ein Arbeits- oder Gästezimmer ist natürliches Tageslicht wichtig. Bei Hochkellern können gute Lichtverhältnisse bereits durch vergrößerte Fensteröffnungen geschaffen werden. Vor dem Einbau des neuen Fenstersturzes kann eine Abstützung der Kellerdecke nicht schaden. Damit läuft der Bauherr keine Gefahr, dass sich die oberen Geschosse beim Fensterausbruch absenken. Existieren nur alte, kleine Lichtschächte, bedeutet dies, entweder moderne Lichtschächte für einen optimalen Lichteinfall einzubauen oder gleich die Erde abzutragen und den Außenbereich um die größeren Fensteröffnungen abzuböschen, also neu anzulegen. Neue Fenster benötigen unbedingt auch wärmegedämmte Fensterzargen. Eine alte Fensterlaibung fördert als Wärmebrücke immer die Schimmelbildung, die Hauptursache für muffige Kellerluft.
Die vorhandene Heizungsanlage lässt sich, sofern sie ausreichend dimensioniert ist, meist mit normalen Heizkörpern auf die zusätzlich gewonnene Wohnfläche erweitern. Eine Fußbodenheizung mit geringer Aufbauhöhe von etwa 40 mm ist zwar denk-, aber oft nicht realisierbar wegen der eingeschränkten Deckenhöhe. Ist zudem eine Toilette bzw. ein Badezimmer in den Kellerräumen geplant, muss auch eine Abwasserhebeanlage her. Die benötigt einen Elektroanschluss. Staatliche Förderung möglich Das Gute zum Schluss: Das KfW-Programm „Wohnraum Modernisieren Standard 141“ unterstützt Modernisierungsmaßnahmen wie bauliche Maßnahmen zur Gebrauchswertverbesserung durch zinsgünstige Finanzierungsmittel (siehe auch Kasten „Informationen zu Fördermitteln“). Werner Ahlschwedt Onlineportal „EnBauSa“ lässt Experten sprechenDie Internetplattform www. enbausa.de präsentiert ein umfangreiches Informations- und Serviceangebot zum Thema „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“. Jetzt startet sie zudem einen Weblog (Internetzeitung/-forum) mit einem Experten. Der Architekt, Planer und Buchautor Dr. Alfred Kerschberger wird ab Oktober seine Meinungsbeiträge und Anmerkungen zu aktuellen Themen bei EnBauSa kundtun.Infos zu Fördermitteln
Weitere Infos
Literaturtipp
Ratgeber „Gebäude modernisieren – Energie sparen“. |
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