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Dachrinnen: Welches System passt zum Haus?
Die Dachrinne wurde nicht erfunden, um der Klempnergilde ein gutes Zubrot zu sichern: Ohne Dachrinnen würde das Regenwasser direkt vom Dach entlang der Außenmauern auf den Boden laufen und dort versickern. Kellerwände, Fundament und letztlich das gesamte Mauerwerk würden satt durchfeuchtet, die Bausubstanz würde zerfallen. Deshalb sollten Sie die Entwässerungsrinnen nicht vernachlässigen.

Edle Optik zum günstigen Preis – eine Kunststoffdachrinne im Kupferton! Sie ist für Ein- und Zweifamilienhäuser in den Richtgrößen (RG) 125 und 100 mit muffenlosen Fallrohren DN 90 erhältlich.
Foto: Marley
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Wie viel Rinne braucht das Dach?
Wie viel Dachrinne das Haus braucht, ergibt sich aus der Grundrissfläche eines Hauses geteilt durch die Anzahl der Fallrohre. Danach wird die Rinnengröße nach Nenn- oder Richtgröße ausgesucht – soweit die Theorie.
In der Praxis ermittelt der Fachbetrieb wie Bauklempner oder Dachdecker die richtige Dimensionierung. Seit Juli 2001 müssen Dachrinnen bei Neuinstallationen nach einer hydraulischen Berechnung ausgelegt werden. Neben Niederschlagsfläche und sogenanntem Abflussbeiwert kommen Faktoren wie Rinnenlänge, Rinnenwinkel, Laubfangkörbe und Verziehungen des Fallrohres hinzu, die zur Reduzierung des Abflussvermögens führen können.
Dachrinnen sollten immer mit Gefälle verlegt werden. Normalerweise erhalten sie mindestens 1 bis 3 mm pro Meter oder 0,5 % bis 2 % Gefälle. Durch den Einbau von Dehnungsausgleichsstellen sind Wasserrückstände nicht immer vermeidbar und gelten, sollten sie denn auftreten, nicht als Mangel. Auch leichte Verschmutzungen können in der Rinne bleiben. Auch das ist kein Mangel.
Flachdächer
Laubfangvorrichtungen im Detail
Eine Besonderheit sind innen liegende Dachrinnen. Diese werden entweder bei Flachdächern oder aber bei Häusern montiert, die eng beieinander stehen und sich eine Dachrinne teilen. Flachdächer mit innen geführter Entwässerung müssen mindestens zwei Abläufe oder einen Ablauf mit Sicherheitsablauf erhalten. Diese müssen an Tiefpunkten der Dachfläche montiert werden.
Materialwahl
Ob halbrund, viereckig oder als seltene Dreiecksform – die Optik ordnet sich dem Material unter. Das Material, aber auch viele äußere Faktoren bestimmen die Haltbarkeit, wie auch das Umweltbundesamt im „Sachstandsbericht: Abtrag von Kupfer und Zink von Dächern, Dachrinnen und Fallrohren durch Niederschläge“ bemerkt. Demnach war die Korrosion von Zink durch die salzhaltige Luft in Nordseenähe am höchsten. Kupfer korrodierte im Thüringer Bereich am schnellsten. Hier hatte Schwefeldioxid größeren Einfluss.
Kunststoffdachrinnen sind leicht und schnell zu montieren. Doch der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen-Bremen befürchtet undichte Stellen an den Übergängen.
Foto: Marley
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Auch die Beschaffenheit des Daches spielt eine Rolle. Besteht es aus Bitumenbahnen oder Bitumenunterschichten, sollten Zink- und Kupferrinnen z.B. innen lackiert sein, um eine Bitumenkorrosion, also die Auswaschung der Bitumenoberfläche und chemische Reaktion mit dem Metall, zu verhindern. Anderenfalls hilft es, das Dach mit schwerer Bekiesung zu versehen. Die Lebensdauer einzelner Materialien wird durch Umwelteinflüsse relativiert.
Die Materialien Zink und Kupfer verteidigen dank Tradition, Materialeigenschaften und guter Lobbyarbeit die beiden ersten Ränge. Dahinter folgt mittlerweile Edelstahl dank extremer Langlebigkeit und neuer optischer Reize. Zink oder besser Titanzink mit der theoretischen Lebensdauer von bis zu 35 Jahren ist das gängigste Dachrinnen-Material. Die Verarbeitung ist leicht, der Preis relativ günstig.
Kupfer hingegen ist vergleichsweise teuer, aber sehr langlebig, jedoch in Kombination mit anderen Metallen schwierig. In abfließendem Wasser enthaltene Kupferionen können die Korrosion von Aluminium, Zink und verzinktem Stahl fördern. Eine Regenrinne aus Zink und dann die nachfolgenden Rohre aus Kupfer, das geht, umgekehrt nicht.
Und sollte, wem auch immer, versehentlich einmal ein Nagel oder etwas ähnlich Metallenes in die Kupferrinne fallen und liegen bleiben, führt dies nicht selten zu Korrosion, sprich Lochbildung. Kupfer eloxiert (bildet bei Kontakt mit Luft eine Schutzschicht u.a. vor Witterungseinflüssen) zudem von allen metallenen Dachrinnen am deutlichsten.
Das trübt das Aussehen, ist also nicht immer erwünscht, aber es ist gut für den Erhalt der Rohre. Diese Schicht schützt das Rohr und leitet den Schmutz schneller hindurch. Zudem vermindert die-se Schicht ein Ausschwemmen des Metalls. Hausbesitzer, die mehrfach ihre angelaufenen Kupferrinnen blitzblank putzen, sollten das bedenken.

Dachrinnen aus Kupfer sind zwar vergleichsweise teuer, aber sehr langlebig. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sie mit anderen Metallen kombiniert werden sollen.
Foto: KME
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Bleibt noch Edelstahl. Laut Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen-Bremen zwar ein „sehr gutes Material, jedoch relativ neu“. Das bedeutet, der Fachbetrieb muss es richtig verarbeiten können. Unschöne Nähte, wie man sie von manchen Edelstahlgeländern kennt, zeugen davon, dass er es nicht konnte.
Kunststoff ist hauptsächlich die Domäne der Gartenhausbesitzer und Baumarktkunden. Kunststoffrinnen und Fallrohre gibt es in verschiedenen Formen und Farben, auch als schöne Kupferfarbe. Führende Hersteller bieten zehn Jahre Garantie.
Die Montage der schlagfesten Kunststoffdachrinnen ist leicht und schnell zu erledigen. Ohne Löten werden die Einzelteile ineinander gesteckt oder geklebt. „Hinzu kommt ihr enormer Preisvorteil gegenüber Metalldachrinnen, seitdem die Weltmarktpreise für Industriemetalle so stark gestiegen sind“, betont ein Hersteller von Kunststoffrinnen.
Kunststoffe scheinen jedoch bei den Dachdeckern trotz Kostenvorteils nicht allzuviel Zuspruch zu finden. Laut Landesinnungsverband können sie stets nur in kurzen Strecken verbaut werden. „Kunststoff ist praktisch ständig in Bewegung, was bei den Übergängen durchaus zu undichten Stellen führen kann“, sagt Karl-Heinz Barke, der Geschäftsführer vom Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen-Bremen.
Laub hinter Gitter
Laub und Dachmoose sind nicht gerade des Hausbesitzers Lieblinge, können sie doch die Funktion der Dachrinnen und Fallrohre stark einschränken und die Rinnen und Rohre nachhaltig verstopfen. Eine Reinigung, ein- bis zweimal im Jahr, ist meist recht mühsam oder teuer.
Laubgitter auf den Rinnen sowie Laubfangkörbe, in das Fallrohr eingebaut, sind kleine, aber sehr nützliche Helfer. Besonders Laubfangkörbe lassen sich dabei meist unproblematisch reinigen. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks schlägt sogar einen Wartungsvertrag vor, der die jährliche Begehung des Daches sowie die Reinigung der Regenrinnen regelt. Das enthebt den Hausbesitzer der Mühe.
Der Weg des Wassers
Bleibt noch die Frage, was mit dem Wasser geschieht, nachdem es das Fallrohr verlässt. Bei vielen Grundstücken wird das Wasser einfach in die Kanalisation geleitet. Das kostet Gebühren. Viele Gemeinden bieten mittlerweile Zuschüsse an, sollte das Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation geführt, sondern auf eine Gartenfläche geleitet werden. Spezielle Regensammler, die ins Fallrohr der Dachrinne eingebaut werden, leiten das herabfließende Regenwasser in die Regentonne.

Dieser Regensammler, der ins Fallrohr der Dachrinne eingebaut wird, leitet das herabfließende Regenwasser wahlweise seitwärts in die Regentonne oder nach unten in die Kanalisation. Zudem hat er ein Sieb als Filter für Laub und sonstige grobe Verunreinigungen.
Foto: Mindermann
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Wo die Entwässerungs- oder Sickergruben auf Ihrem Grundstück liegen, können Sie dem Entwässerungsplan Ihrer Gemeinde oder Stadt entnehmen. Da es sinnvoll ist, die Entwässerungsgruben abzudecken, um sie vor Verschmutzungen zu schützen, sollten Sie sich den Entwässerungsplan für Ihr Grundstück bei Ihrem örtlichen Baureferat besorgen. In München ist die Münchner Stadtentwässerung, Friedenstraße 40, 81671 München, Service-Tel. 0 89/2 33-9 62 11,
www.muenchen.de/mse, der richtige Ansprechpartner.
Werner Ahlschwedt