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Rucola: nussig würziges „Trendgemüse“ /
Rucola: nussig würziges „Trendgemüse“
Die Blätter vom Gemeinen Kreuzkraut sehen Rucola-Blättern ähnlich, aber Kreuzkraut-Arten verströmen beim Zerreiben häufig einen unangenehmen Geruch (Weiteres siehe „Tipp des Monats“)
Foto: Scheu-Helgert
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Den bei Jungen und jung Gebliebenen beliebten Rucola finden Sie nahezu ganzjährig im Lebensmittel-Fachgeschäft und im Gemüseladen. Bedenken wegen unerwünschter Beikräuter brauchen Sie beim Kauf oder beim Anbau im eigenen Garten nicht zu haben.
Im vorigen Sommer fand sich zwar in einer Packung ein Exemplar des Gemeinen Kreuzkrautes (Senecio vulgaris). In der Presse kamen aber gleich Befürchtungen auf, es könne sich um stark giftiges Jakobskreuzkraut (S. jakobaea) gehandelt haben. Es wächst ebenso wie das zum Verwechseln ähnliche und auch annähernd gleich giftige Raukenblättrige Kreuzkraut (S. erucifolius) aber vor allem auf vernachlässigten Weiden oder Magerwiesen.
Das in Äckern und vielen Gärten weit verbreitete Gemeine Kreuzkraut enthält wesentlich geringere Mengen des Giftwirkstoffes, dennoch sollten solche Pflanzenteile sorgfältig ausgelesen werden, weil auch kleine Mengen bereits zu unbemerkten Schädigungen führen können.
Zum Glück lassen sich Rucola und Kreuzkraut trotz ihrer ähnlichen Blattform leicht unterscheiden (Näheres unter „Tipp des Monats“).Auf jeden Fall sollten Sie bei der Ernte im eigenen Garten, z.B. von Feldsalat oder Schnittsalat, gut aufpassen und Blätter, die nicht dazugehören, sorgfältig aussortieren.
 Die beliebteste Rucola-Art ist die Wilde Rauke mit ihren eichblatt-
artig eingebuchteten, länglichen Blättern
Foto: Schulz | |
Frische ist wichtig
Am besten schmecken die elegant gezähnten Rucola-Blätter frisch, aber auch noch nach kurzer Lagerung (zwei Tage) im Kühlschrank. Roh kommt das Aroma am besten zur Geltung, daher legt man Rucola erst nach dem Backen auf die Pizza.
Den Geschmack bestimmen schwefelhaltige Glucosinolate, denen antimikrobielle Eigenschaften sowie möglicherweise die Senkung von Blutzucker und Cholesterin zugeschrieben werden. Darüber hinaus enthält Rucola hohe Mengen an Carotinoiden sowie das wichtige Vitamin Folsäure.
Anbau im Garten
Am beliebtesten und würzigsten ist die Wilde Rauke (Eruca vescaria) mit ihren eichblattartig eingebuchteten, länglichen Blättern. Sie kommt übrigens wild am Gardasee vor. Die Aussaat gelingt am besten im zeitigen Frühjahr ab Ende März, auch im Frühbeet oder im Kleingewächshaus.
Am besten sofort nach der Saat mit Vlies oder Kulturnetz abdecken, sonst droht mit dem Beginn warmer Tage ein Befall durch den Erdfloh. Schon wenige Tiere sorgen für weiße, teils bräunlich umrandete runde Löcher in den Blättern. Solch unappetitliche Blätter müssen dann mühsam ausgesondert werden.
Sobald die Pflanzen (nach sechs bis acht Wochen) handhoch sind, wird geschnitten. Wenn das Herz unversehrt bleibt, sind mehrere Schnitte möglich, bis sich Blütenstiele mit gelben Blüten entwickeln. Gleichzeitig werden die Blätter schlaff und bitter. Blütenstiele sollten Sie entfernen, um die Pflanze zu einem weiteren blütenlosen Austrieb zu veranlassen.
Die Pflanzen können auch überwintern. Lässt man einige Blüten ausreifen, ist auch für Nachschub junger Pflanzen im nächsten Jahr gesorgt.
Marianne Scheu-Helgert
Tipp des Monats
Rucola und Kreuzkraut richtig erkennen
Verströmen fragliche Blätter im Salat beim Zerreiben einen scharf-aromatischen Geruch, handelt es sich um Rucola. Da dieser Geruch aber an den Fingern haften bleibt, riecht alles, was Sie danach zerreiben auch nach Rucola, obwohl es vielleicht keiner ist. Deshalb sollten Sie die Pflanzenteile nicht direkt mit den Fingern zerreiben, sondern z.B. jeweils ein sauberes Stück Papier verwenden.
Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter
www.lgl.bayern.de/lebensmittel/rucola_kreuzkraut.htm