
Zeitschrift / Garten & Natur / Herbsthimbeeren – anhaltender Genuss ohne Mühe / Herbsthimbeeren – anhaltender Genuss ohne Mühe
Einfache Erziehung und hoher Ertrag bis zum Frostbeginn
Neben den einmal tragenden Himbeersorten, die im Frühsommer reifen, gibt es mehrere Sorten, die an einer Rute zweimal tragen. Sie werden als remontierende Himbeeren oder Herbsthimbeeren bezeichnet. Sie fruchten bereits im Herbst an den einjährigen Ruten und bringen im nächsten Frühsommer an denselben Ruten eine zweite Ernte.
Sollen die Erträge der Herbsternte möglichst hoch ausfallen, müssen nach Abschluss der Ernte die abgeernteten Ruten bodennah abgeschnitten werden; die Frühsommerernte an den Altruten entfällt dann. Das ist aber nicht unbedingt ein Verlust, denn dadurch ergeben sich unschätzbare Vorteile:
- Trennen von Jung- und Tragruten entfällt
- das Ausschneiden der abgetragenen Ruten geht schnell und einfach
- keine Bindearbeiten
- einfaches, kostengünstiges Gerüst genügt
- keine Rutenkrankheiten, da die Ruten nur eine Saison stehen.
Mit Herbsthimbeeren können zudem alle diejenigen zum Himbeeren-Essen bekehrt werden, die die-se Frucht nur aus einem Grund meiden: der Angst vor „Würmern“, also dem Befall mit den Larven des Himbeerkäfers. Zur Blüte der Herbstsorten ist die Eiablagezeit des Himbeerkäfers bereits vorüber, es gibt also keine „wurmigen“ Früchte.
Die Himbeere stammt ursprünglich aus lichten Wäldern und bevorzugt dementsprechend gut durchlüftete, frische, humose Böden mit leicht saurem pH-Wert um 5,5 bis 6,5. Da die Wurzeln sehr empfindlich auf Luftmangel im Boden reagieren, sind nasse, verdichtete, tonhaltige und humusarme Standorte ungeeignet. Wie Sommerhimbeeren setzt man Herbsthimbeeren im Abstand von 50 cm – etwa so tief, dass maximal 5 cm Boden über den obersten Wurzeln liegt. Bei der stark wüchsigen ‘Autumn Bliss’ genügt ein Pflanzabstand von etwa 70 cm.
Erziehung von ‘Autumn Bliss’
Im Gegensatz zu anderen Herbsthimbeeren lässt sich die derzeit beste Sorte ‘Autumn Bliss’ mit einem einfachen Hilfsgerüst ohne Bindearbeiten erziehen. Als Gerüst genügt ein 60 cm breites, waagrecht angebrachtes Knotengitter in 80 bis 90 cm Höhe (oder rechts und links vom 60 cm breiten Beet ein Draht in knapp 1 m Höhe). Die Jungruten wachsen durch das Gitter und finden ausreichend Halt für die etwa 140 cm langen Ruten. Die Früchte setzen größtenteils oberhalb des waagerechten Drahtgitters an.
Der Schnitt besteht lediglich im Abschneiden sämtlicher Ruten nach Ernteabschluss Ende November/Anfang Dezember direkt über dem Boden. Im Frühjahr treiben neue Ruten aus und wachsen durch das Maschengitter. Die Reihen sollten nicht breiter als 60 cm sein, da sonst die Fruchtqualität im Reiheninnern leidet.
‘Autumn Bliss’
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‘Himbo Top’
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‘Autumn Bliss’ ist die ideale Sorte
Aufgrund der hohen Widerstandsfähigkeit gegen Phytophthora-Wurzelfäule und weil die Pflanzen nicht von Blattläusen befallen werden, die Himbeermosaik-Viren übertragen, eignet sich ‘Autumn Bliss’ ideal für den Garten. Bislang reichen die übrigen Herbstsorten im Hinblick auf kinderleichte Erziehung und unverwüstliche Pflanzengesundheit nicht an ‘Autumn Bliss’ heran.
Die im Frühjahr 2000 zugelassene ‘Himbo-Top’ reift Ende Juli und besticht durch ihre großen, leuchtend roten, aromatischen und gut lösenden Früchte. Die ertragreiche Züchtung benötigt allerdings ein komplexeres Gerüst als ‘Autumn Bliss’. |
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Dr. Helga Buchter-Weisbrodt
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