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Aromatisches Gemüse und Würzkraut zugleich: Die Wurzelpetersilie

Die Wurzel mit dem intensivsten Aroma ist die Wurzelpetersilie (Petroselinum crispum ssp. tuberosum). Im Unterschied zum beliebten Würzkraut, der Blattpetersilie, bildet die Wurzelpeter­silie eine spitzkegelige, creme­weiße Rübe. Ihre Schulter ist oft leicht violett gefärbt und „hängend“ im Unterschied zur „hochgezogenen“ Schulter der äußerlich ähnlichen Pastinake. Die heu­tigen, recht glattschaligen Sorten finden sich in den Herbst- bis Wintermonaten wieder häufiger im Gemüsehandel.

Wurzelpetersilie lässt sich leicht im eigenen Garten anbauen<br />
Foto: Stein
Wurzelpetersilie lässt sich leicht im eigenen Garten anbauen
Foto: Stein

Wurzelpetersilie im Garten
Aufgrund ihrer begrenzten Haltbarkeit sind die Wurzeln etwas teurer als Möhren. Zum Glück gelingt der Eigenanbau leicht. Am zuverlässigsten keimen die jährlich neu gekauften Samen ab März bis April im noch winterfeuchten Boden.

Man sät nicht zu sparsam in 1 cm tiefe Rillen, drückt vorsichtig und gleichmäßig an und bedeckt sehr locker mit Erde. Ein dünner Schlei­er aus gebrauchter Aussaaterde oder gut verrottetem Kompost über den Saatreihen verhindert bei schwereren Böden das Verschlämmen während der bis zu dreiwöchigen Keimung. Während der Keimung sind Schnecken eine Gefahr.

Sind die Sämlinge ca. 3 cm hoch, vereinzeln Sie sie auf 3 cm Abstand. Und dann gibt es bis zur Ernte ab September nichts mehr zu tun. Von einer Überwinterung der Wur­zeln im Boden rate ich ab. Entweder faulen die Wurzeln, oder sie werden von Mäusen und Wühl­mäusen gefressen.

Dekorative Randerscheinung
Ich verwende die Wurzelpetersilie alle drei Jahre (Fruchtwechsel!) als Randeinfassung im Schaugarten der Bayerischen Gartenaka­de­mie in Veitshöchheim. Ab Juni schließt sich die Saatreihe zu einer kleinen, dekorativen und dau­er­grünen Hecke. Nach dem herbst­lichen Abräumen lassen sich die Pflanzen dann im Lauf der nächsten Wochen verwerten.

Gesundes Gemüse
Die kalorienarmen Wurzeln (20 kcal/100 g) enthalten ähnlich wie das Kraut appetitanregende Phenole, hinzu kommen geschmackgebende Zucker (gut 2 %), 2,8 % Eiweiß, viel Vitamin C sowie ein hoher Gehalt an Mineralstoffen, vor allem Kalzium und Eisen.

Verwertung der Blätter
Die jüngeren, zarteren Innenblätter der Blattrosetten schneidet man fein in ca. 1 mm lan­ge Stückchen. Diese drückt man sehr dicht in Eiswürfelformen, füllt die Eiswürfelschalen mit Was­ser und friert sie ein. Sobald sie fest sind, füllt man die Würfel in Gefrierbeutel um. So erhalten Suppen, Eintöpfe und Gemüsege­richte den ganzen Winter über vor dem Anrichten einen oder mehre­re Würfel erntefrische Petersilie.

Verwertung der Wurzeln
Für Rohkostsalat braucht man die weißen Wurzeln lediglich mit dem Schnellschäler zu putzen, zu raspeln und mit Apfelstiften, Zwie­belwürfeln, Nüssen, Essig, Öl, Salz und Pfeffer zu einem Waldorfsalat anzurichten.

Tipp des Monats


Foto: Stein
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Gebratene Wurzelpetersilie

Man schneidet 500 g geputzte Wurzeln in 2 mm dicke Scheiben, brät sie in einem flachen Bräter in ca. 30 g heißer Butter hellgelb an (nicht zu heiß werden lassen) und würzt mit wenig Pfeffer und Salz sowie kurz vor dem Anrichten mit etwas Petersilien- grün.

Solche Butterwurzeln harmonieren sehr gut mit edlen Fleischgerichten. Ansonsten passen Petersilienwurzeln in jeden Eintopf, in Hackfleisch-Bratlinge und in Gemüsesuppen oder lassen sich zu Julienne (sehr fein geschnittenes Gemüse als Suppeneinlage, als Gemüsebett oder als Garnitur) verarbeiten.

Marianne Scheu-Helgert,
Bayerische Gartenakademie