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Bau und Bepflanzung einer Kräuterspirale


Die Kräuterspirale dient dem Anbau von Küchenkräutern auf kleinstem Raum und stellt zugleich eine ökologische Bereicherung dar. Mit dieser steingartenähnlichen Anlage werden sowohl Lebensbereiche für wärmeliebende Pflanzen an der Kegelspitze, als auch für feuchtigkeitsverträgliche am Fuß einer Kräuterspirale geschaffen. So entstehen für zahlreiche Kräuter, mit unterschiedlichen Standortansprüchen, auf einer nach oben strebenden Pflanzfläche, artgerechte Wachstumsbedingungen.


Das Gerüst einer Kräuterspirale bildet eine spiralförmig aufgeschichtete Steinmauer, die zugleich der Wärmespeicherung und der Drainage dient. Unter den vielfältigen Kleinklimabereichen und unterschiedlichen Bodenverhältnissen, wachsen an der Kegelspitze, im leichten warmen Boden, vortrefflich mediterrane Kräuter genau so gut, wie heimische Pflanzen in nahrhafter und frischer Erde am Fuß der Spirale. Feuchtigkeitsliebende Gewächse finden in der anschließenden Feuchtzone optimale Wachstumsbedingungen.


Mit der Zeit siedeln sich auch Kleintiere und Insekten an, Libellen schwirren umher, zahlreiche Falter werden angelockt und Bienen finden durch die Blütenvielfalt der Pflanzen eine Bereicherung des Trachtangebotes. Größere Hohlräume zwischen den Steinen bieten Unterschlupf für verschiedene Kleintiere, so dass hier ein kleines Biotop entsteht. Kräuterspiralen sollten möglichst an sonnigen Plätzen gebaut werden, damit vor allem wärmebedürftige Pflanzenarten sich voll entfalten und Kräuter ihre Duft- und Aromastoffe gut ausbilden können.




Je nach der beabsichtigten Größe, wird auf einer Grundfläche etwa 2 bis 3 Quadratmetern der Boden spatentief ausgehoben und mit durchlässigem Splittmaterial als Drainage wieder aufgefüllt. Eine bis etwa 80 cm Höhe spiralförmig ansteigende und aus Gründen der Stabilität, etwas nach innen geneigte Trockenmauer, erstellt man am besten aus Natursteinen ohne Mörtel. Die spiralförmig angeordnete Pflanzfläche sollte sich nach oben verschmälern und etwa 60 cm breit sein. Bei breiteren Pflanzbeeten erleichtern Trittplatten sowohl die Pflanzen- und Bodenpflege als auch die Ernte. Zunächst wird der Unterbau der Pflanzfläche mit grobem Material, wie Schotter oder Steinen, ansteigend zum Kegel so weit gefüllt, dass im oberen Bereich eine ca. 10 bis 15 cm dicke Schicht an magerem Substrat bis zur Oberkante der Trockenmauer aufgetragen werden kann. Spiralabwärts sollte ein zunehmend stärkerer Erdauftrag erfolgen. Diesem wird Kompost und Gartenerde beigemischt, so dass eine bessere, nährstoffreiche Pflanzerde entsteht. Je nach Platzangebot, kann die Kräuterspirale in eine Feuchtzone, mit einem kleinen, flachen Teich auslaufen. Man dichtet ihn mit einer Teichfolie oder gestampftem Lehm ab.


Wärmeliebende Kräuter, wie Lavendel, Rosmarin, Thymian und Salbei gedeihen am besten in windgeschützter vollsonniger Lage. Deshalb sollten sie einen Platz auf der nach Süden gerichteten oberen Beetfläche erhalten. Spiralabwärts folgen Kräuterarten, die eher auf trockenem Boden gut wachsen. Dazu zählen. Estragon, Bohnenkraut, Basilikum, Koriander, Weinraute und Ringelblumen. In frische und und nährstoffreichere Erde setzt man Schnittlauch, Liebstöckel und Borretsch. Halbschatten vertragen Petersilie , Kerbel und Kresse. Die Feuchtzone dient als Standort für Pflanzenarten die es feucht lieben, wie Brunnenkresse und Minzearten.


Bei der Auswahl und Pflanzung der Kräuter ist zwischen einjährigen und mehrjährigen winterharten Arten, aber auch zwischen stark- und schwachwachsenden Pflanzen zu unterscheiden. Zu den schwachwüchsigen Kräuterarten zählen. Gartenkresse, Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Portulak und Thymian; starkwüchsig sind unter anderem Liebstöckel, Fenchel, Estragon und Beifuß. Die Pflanzabstände richten sich nach der Wüchsigkeit der einzelnen Pflanzarten und werden so gewählt, dass die Kräuter in ihrer Entwicklung nicht beeinträchtigt werden. Zu dicht stehende Pflanzen trocknen nach Regefällen langsamer ab und sind anfälliger gegen Pilzkrankheiten.


Ältere und zu groß gewordene Pflanzen können geteilt und neu ausgepflanzt werden. Teilung und Pflanzung von Kräutern erfolgen am besten im Frühjahr auf gut vorbereitete Beete.


Bei entsprechender Pflanzenwahl kann eine Kräuterspirale nicht nur nützlich sein, sondern auch dekorativ aussehen. Hierzu eignen sich Kräuter mit ansprechenden Blüten, wie Lavendel, Thymian, Johanniskraut, Borretsch, Dost, Dill, Beinwell und Kapuzinerkresse.